ÖPNV-Konzept Pirna
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ÖPNV-Konzept Pirna
ÖPNV-Konzept Pirna
Hintergrundbild

Ausgangslage im ÖPNV

1. April 2020:

Pirna liegt an der S-Bahnstrecke Dresden – Bad Schandau (Schöna) und ist vor allem in/aus Richtung Dresden mit 2 S-Bahn-Linien sehr gut erschlossen (4 Fahrten pro Stunde und Richtung, zwei weitere in der Hauptverkehrszeit (HVZ)). Die Regionalbahnlinie 71 fährt im Stundentakt vom Bahnhof Pirna über Neustadt/Sachsen nach Sebnitz. Sie verfügt mit den Stationen Copitz und Copitz Nord noch über zwei weitere Haltepunkte auf Stadtgebiet.

Bild 6: Anschlusssituation am Bahnhof Pirna, Quelle: VKT

Stadtbus:

Das Angebot im Busverkehr übernehmen Stadt- und Regionallinien, deren Netzstruktur auf den Bahnhof und den benachbarten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ausgerichtet ist. Mit der Haltestelle Breite Straße existiert ein zweiter Linien-Endpunkt im Stadtzentrum mit entsprechend umfangreicher Haltestelleninfrastruktur. Aus der dezentralen Anordnung zweier Endpunkte und der Angebotsüberlagerung von Stadt- und Regionallinien resultiert ein hohes (Bus-) Verkehrsaufkommen – z.T. mit fast zeitgleichen Parallelfahrten. Da die Regionallinien auch innerstädtische Erschließungsaufgaben übernehmen, muss das ÖPNV-Konzept beide Angebote berücksichtigen. Bei der Angebotsergänzung von Stadt- und Regionalbus besteht Optimierungspotenzial.

Bild 7: Liniennetzplan Pirna (Ausschnitt), Quelle: VVO

Räumliche Erschließungslücken:

Als räumliche Erschließungslücke gelten gemäß Definition des VVO zusammenhängende Siedlungsbereiche mit mindestens 200 Einwohnern bzw. vergleichbar verkehrserzeugenden Nutzungen außerhalb des Einzugsgebietes einer Haltestelle. Für das Stadtgebiet Pirna werden als Einzugsgebiete eine Luftlinienentfernung von 600m zu den Haltestellen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), 300m für Bushaltestellen in dicht besiedelten Stadtteilen und 500m bei den Bushaltestellen in Stadtrandlage sowie in den Außenquartieren festgelegt.

Bild 8: räumliche ÖPNV-Erschließungslücken (Ausschnitt), Quelle: VKT

komplette Darstellungen: nördliche Stadtteile und südliche Stadtteile

Das Stadtgebiet ist räumlich sehr gut mit dem ÖPNV erschlossen. Fast 90% der Bewohner leben im Einzugsgebiet der Haltestellen. Verbleibende Erschließungslücken gemäß obiger Definition sind:

Kleinere Gebiete außerhalb des ÖPNV-Einzugsbereiches liegen östlich des Autobahnzu­bringers B172a (Dresdner Str./Feistenbergstr.), an der hohen Straße, der Lessingstraße (Altcopitz) und der Lindenallee (Neugraupa) sowie entlang des Elbufers in Oberposta bis zur Stadtgrenze nach Wehlen. Dabei handelt es sich i.d.R. um Randlagen mit geringer Siedlungsdichte.

Zeitliche Erschließungslücken:

Ein weiteres Kriterium zur Beurteilung der Erschließungsqualität sind die Betriebszeiten. Dies gilt insbesondere für die Verfügbarkeit eines ÖPNV-Angebotes am Abend und an den Wochenenden. Aus den Außenquartieren gibt es die ersten Verbindungen in Richtung Stadtzentrum sowie zu den Anschlüssen am Bahnhof/ZOB montags bis freitags zwischen 5 Uhr und 5.45 Uhr. In der Gegenrichtung – d.h. für Rückfahrten zu den Wohnorten – fehlen jedoch Spätverbindungen am Abend. Der ÖPNV ist somit für potenzielle Nutzergruppen keine Alternative zum Auto.

Die Ortsteile Krietzschwitz, Zuschendorf und Bonnewitz sind aus der Innenstadt bereits um 19 Uhr nicht mehr mit dem Bus erreichbar; bei den Ortsteilen Posta, Mockethal und Zatzschke endet der Betrieb vor 20 Uhr. Nach 22 Uhr existiert ein ÖPNV-Angebot nur noch in der Innenstadt, in Teilen von Copitz und auf dem Sonnenstein. Ein Sonderfall sind die Ortsteile Graupa und Bonnewitz, die über Spätverbindungen in/aus Richtung Pillnitz (DVB-Linie 83) länger erreichbar sind als von Pirna aus.

An den Wochenenden endet der Betrieb meistens 1-2 Stunden früher als Mo-Fr. Die Ortsteile Posta und Mocketal werden dann gar nicht bedient. Auch hinsichtlich der Fahrtenhäufigkeit ist das Angebot an den Wochenenden teilweise so ausgedünnt, dass einige Ortsteile nur über eine minimale Grundversorgung verfügen.

Bild 9: zeitliche ÖPNV-Erschließungslücken, Quelle: VKT

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