Verkehrsentwicklungsplan und ÖPNV-Konzept Pirna
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Hintergrundbild

Onlinebefragung

15. Februar 2021

Auswertung Online-Beteiligung

Über 330 Pirnaer Bürgerinnen und Bürger haben sich vom 15.12.2020 bis zum 02.02.2021 über die Online-Beteiligung zur Konkretisierung des Verkehrsentwicklungsplanes aktiv eingebracht. Nachfolgend sind ausgewählte wesentliche Ergebnisse dieser Beteiligung zusammengefasst.

Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden wohnen in der Innenstadt (40 %), in Copitz (19 %) oder auf dem Sonnenstein (8 %). Bei den Außenquartieren sind Graupa und Zehista (mit jeweils 5 %) etwas stärker vertreten als alle übrigen Stadteile (0 bis 3 %).

Die Teilnehmenden sind besonders oft zu Fuß unterwegs oder nutzen den eigenen Pkw für das Zurücklegen Ihrer täglichen Wege. Das Fahrrad wird von nahezu einem Fünftel täglich genutzt. Hingegen sind nur etwa 10 % täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.


Bild 1: Nutzungshäufigkeit der Verkehrsmittel pro Woche

Bewertung der Verkehrsmittel

Die Teilnehmenden bewerteten die Bedingungen im Radverkehr, im fließenden Kfz-Verkehr, im Ruhenden Verkehr (Parken) sowie aus der Sicht eines Fußgängers. Dabei wird deutlich, dass eine Mehrheit von 75 % die Situation im Fußverkehr als mindestens „gut“ bewertet. Weiter werden die Bedingungen im Ruhenden Verkehr und fließenden Kfz-Verkehr von etwa je ein Fünftel der Teilnehmenden mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Indes sieht lediglich ein Achtel der Teilnehmenden die Bedingungen im Radverkehr als „gut“ oder „sehr gut“ an. Der Radverkehr schneidet dementsprechend insgesamt am schlechtesten ab.


Bild 2: Bewertung der Verkehrsmittel

Detailbetrachtung – Fußverkehr

Trotz der guten Bewertungen für die Situation im Fußverkehr, werden auch hier eine Reihe an Defiziten von den Teilnehmenden aufgezeigt. Besonders häufige Nennungen betreffen:

Darüber hinaus werden Hinweise und Ideen wie etwa die Markierung von Fußgängerüberwegen am Kreisverkehr östlich des Scheunenhofcenters, die Einrichtung einer Querungshilfe in Höhe der Schafttreppe über die B 172, eine direkte Fußwegeanbindung des Friedensparkes an die historische Altstadt, eine weitere Aufwertung des Straßenraumes durch mehr Stadtgrün sowie eine höhere Anzahl an Sitzgelegenheiten und ein Verbot des Kfz-Durchgangsverkehrs über den Markt angebracht.

Detailbetrachtung – Radverkehr

Innerhalb der Detailaspekte des Radverkehrs erreichen die Verkehrssicherheit (bspw. vorhandene Sichtbeziehungen und Abstand zum fließenden Kfz-Verkehr) sowie die Durchgängigkeit von Radrouten schlechtere Bewertungen.


Bild 3: Bewertung der Detailaspekte im Radverkehr

Die Teilnehmenden kritisieren beim Thema Radverkehr besonders häufig:

Außerhalb des Innenstadtgebietes fällt eine Häufung der Defizitnennungen entlang der Äußeren Pillnitzer Straße und der Rottwerndorfer Str. auf. Auch die Qualität, die Anzahl und der Zustand der verfügbaren Abstellanlagen am Bahnhof sowie im Bereich der historischen Altstadt wird bemängelt. Pendlerinnen und Pendler wünschen sich mehr wettergeschützte, diebstahlsichere und überwachte Abstellanlagen insbesondere am Bahnhof und am ZOB.

Detailbetrachtung – Ruhender Verkehr (Parken)

Als die drei wichtigsten Bewertungsaspekte bei der Parkplatzsuche können die „geringe Dauer der Parkplatzsuche“, der „Fußweg zum Ziel (Entfernung)“ sowie die „Höhe der Parkgebühren“ angesehen werden. Geringere Bedeutung stellen die Höchstparkdauer und eine vorhandene Verknüpfung mit dem ÖPNV dar. Die Beschaffenheit des Parkplatzes sowie ein vorhandener Wetterschutz spielen hingegen so gut wie keine Rolle bei der Suche nach einem Parkplatz im Innenstadtbereich von Pirna.


Bild 4: Aspekte bei der Parkplatzsuche

Beim Blick auf den Ist-Zustand zeigt sich, dass ca. 75 % der Teilnehmenden weniger als 10 Minuten als gewöhnliche Parksuchzeit in der Pirnaer Innenstadt angeben. Fast ein Viertel benötigt indes weniger als 5 Minuten, um einen Platz für das Auto zu finden.

Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden parkt in unter 5 Minuten fußläufiger Entfernung zum Zielort. Dennoch wird die Parkplatzverfügbarkeit von lediglich ca. 15 % als „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Die Parksituation auf den Park & Ride Parkplätzen am Bahnhof wird ebenfalls mehrheitlich als eher befriedigend bis ungenügend bewertet. Die Auslastung befindet sich stets nahe der Kapazitätsgrenze. Teilnehmende wünschen sich diesbezüglich eine Erhöhung und Reglementierung der Park & Ride-Parkstände in direkter Umgebung des Bahnhofs sowie eine Neuordnung und Verbesserung des Untergrundes der Park & Ride Fläche östlich der Landestalsperrenverwaltung. Auch der Bau eines Parkhauses auf der genannten Fläche wird in diesem Zusammenhang erwähnt.


Bild 5: Bewertung des Ist-Zustandes beim Parken in der Pirnaer Innenstadt

Insgesamt stimmt mit ca. 60 % ein Großteil der Teilnehmenden der Aussage „Ich finde immer einen freien Parkplatz.“ mindestens eher zu, auch wenn das Parkplatzangebot für Besucher der Pirnaer Innenstadt nur von ca. jedem Dritten als ausreichend angesehen wird. Erhöhter Handlungsbedarf wird beim Parkraumangebot für Anwohner gesehen. Diesbezüglich wird auch der Wunsch nach einer stärkeren Kontrolle von Falschparkern auf Bewohnerparkplätzen geäußert. Gleichzeitig befürwortet eine deutliche Mehrheit die Reduzierung der Parkmöglichkeiten auf dem Marktplatz mit einer damit einhergehenden weiteren Erhöhung der Aufenthaltsqualität der Pirnaer Altstadt. Dafür stehen ausreichend freie Kapazitäten in den vorhandenen innenstadtnahen Parkhäusern zur Verfügung. Aufgrund der höheren Parkgebühren stellen diese aus Sicht der Teilnehmenden derzeit allerdings keine Alternative zum Parken im öffentlichen Straßenraum dar.

Weiterhin besitzt die im ÖPNV-Konzept geplante Angebotsverbesserung großes Potenzial Pkw-Fahrten auf den ÖPNV zu verlagern und so gleichzeitig die Parkraumnachfrage in der Innenstadt zu verringern. In diesem Zusammenhang stellt für mehr als die Hälfte der Teilnehmenden eine bessere ÖPNV-Anbindung der Stadtrandgebiete eine Alternative zum Parken in der Innenstadt dar.


Bild 6: Meinungsbild Ruhender Verkehr

Alternative Angebote

Alternativen Angeboten, wie Car- und Bikesharing oder einem Lastenfahrradverleih, stehen Pirnaer Bürgerinnen und Bürger generell offen gegenüber. Auch wünscht sich eine Vielzahl der Teilnehmenden eine Verbesserung der Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel (bspw. in Form von Mobilitätsstationen) oder vermehrte Serviceangebote für Radfahrende (Reparaturstationen, Fahrradparkhaus, öffentliche Luftpumpen und Trinkwasserspender).

Handlungsfelder der zukünftigen Verkehrsentwicklung und Ausblick

Den größten Handlungsbedarf bei der zukünftigen Verkehrsentwicklung sehen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Insgesamt an zweiter Stelle steht die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, welches die Neugestaltung von Straßen- und Stadträumen umfasst. Die sich gegenseitig bedingenden Handlungsfelder „Erhöhung der Verkehrssicherheit“, „Erweiterung der Verkehrsberuhigung“ und ein „sicheres Fußwegenetz“ werden neben der „Verknüpfung von Verkehrsträgern“ in Ihrer Wichtigkeit etwa gleichauf an dritter Stelle gesehen. Die Gewährleistung von Wirtschafts- und Lieferverkehr, die Reduzierung des Parkraumangebotes in der Pirnaer Innenstadt sowie die Erweiterung der Sharing-Angebote sind aus Sicht der Pirnaer von deutlich geringerer Bedeutung.


Bild 7: Handlungsfelder der zukünftigen Verkehrsentwicklung

Diese sehr wichtigen Ergebnisse der Onlinebefragung und die Vielzahl der eingegangen konstruktiven Hinweise, Einschätzungen und Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation werden in der weiteren Bearbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes berücksichtigt. Wir bedanken uns noch einmal bei allen Pirnaer Bürgerinnen und Bürgern.

Die für die erste Jahreshälfte geplante zweite Bürgerveranstaltung wird sich mit konkreten Maßnahmen und Lösungsvorschlägen beschäftigen. Das Format sowie der Zeitpunkt werden dann auf diesen Seiten veröffentlicht.

4. Februar 2021

Abschluss der Online-Befragung zum Verkehrsentwicklungsplan Pirna 2030

Die Stadt Pirna und das Planerteam bedanken sich bei allen Pirnaer Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den vergangen Wochen über die Onlinebeteiligung
zur Konkretisierung des Verkehrsentwicklungsplanes aktiv in den Planungsprozess eingebracht haben. Insgesamt sind über die Onlineplattform oder auch über den traditionellen Postweg mehr als 300 ausgefüllte Fragebögen mit einer Vielzahl von ergänzenden Anregungen und Vorschlägen eingegangen. Die eingegangenen konstruktiven Hinweise und Einschätzungen werden in den nächsten Tagen ausgewertet und dann in der weiteren Bearbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes berücksichtigt.

Ausgewählte Ergebnisse aus der Onlinebeteiligung werden in naher Zukunft auch auf diesen Seiten veröffentlicht.